+++ ASV NEWS +++

Das überlaufende Fass

Der Paragraf 93  juristisch kaum anfechtbar, moralisch ein Desaster
 
Die im August 2020 beschlossenen Regeln des Bayerischen Fußballs sind klar formuliert. Der für die Zukunft neu eingeführte Paragraf 93 regelt den Abbruch laufender Saisons, die aufgrund höherer Gewalt nicht zu Ende gespielt werden können. Unmissverständlich heißt es im Absatz 5„Sollte (…)das verlängerte Spieljahr 2019/2020 aufgrund einer staatlichen oder kommunalen Verfügungslage oder höherer Gewalt auch bis zum 30.06.2021 nicht beendet werden können, gelten für die dann notwendige Abwicklung des Spieljahres 2019/2020die Regelungen dieser Vorschrift“. Juristisch betrachteist der Paragraf 93 eine runde Sache. So vermerkt auch der im Kicker zitierte Münchner Sportrechtsexperte Thomas Summerer, dass Klagen wenig Erfolg versprächen
Aber: Es geht uns nicht um Klagen. Wir wollen nicht juristisch gegen unseren Verband vorgehenmit dem wir in der Vergangenheit sehr gut zusammengearbeitet haben. Das bisherige Vorgehen des BFV in der Corona-Krise ist durchaus positiv zu bewerten. 
Wir appellieren hingegen an den Sportsgeist. Wir appellieren an die Fairnessgrundsätze des Bayerischen Fußball Verbands. Und wir appellieren an das Ausmaß der Krise für den Amateursport im Allgemeinen. Zwangsabstiege während einer Pandemie konterkarieren jegliche Ideale des Amateursports.
1) Ist das fair?
In der aktuellen Saison wurden nur ca. 70-80 Prozent der Spiele ausgetragen. Verbleibende Spiele – teilweise gegen direkte Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt – konnten nicht ausgetragen werden. Oft wurden mehr als 20 Punkte nicht ausgespielt. Nun entscheidet ein auf die Hundertstel gerundeter Quotient darüber, ob Mannschaften absteigen oder nicht. Diese Regel bestraft also die Vereine, die es imSeptember und Oktober mit großem Aufwand geschafft haben, ihre Spiele zu realisieren; dagegen werden Mannschaften belohnt, die damals aus pandemischen Gründen ihre Spiele abgesagt haben. Weniger Spiele, besserer Quotient – das ist mathematisch korrekt, sportlich und moralisch jedochsehr fragwürdig
2) Belohnung und Bestrafung: Ist beides sinnvoll?
Die Quotientenregel bestimmt nicht nur über Abstieg, sondern soll auch die Aufsteiger regeln. Analog zur Abstiegsregel lassen sich auch hier Bedenken zur Fairness nicht einfach ausräumen. Dennoch sind die Dinge beim Aufstieg anders gelagert: Während der Abstieg eine Sanktion für eine sportlich nicht erfolgreiche Saison darstellt, ist der Aufstieg eine Belohnung für den hart erkämpften Platz an der Tabellenspitze. Laut Aussage des BFV versucht man mit der Quotientenregel die möglichst beste Lösung für alle Vereine zu finden. Ein Zwangsabstieg nach Saisonabbruch ist für keinen Verein eine gute Lösung. Deshalb: Aufstiege ja, Abstiege nein.
3) Gibt es keine Hoffnung mehr?
Voller Hoffnung verkündete der BFV-Vizepräsident Roland Baier im August 2020, „dass die nun gefasste Entscheidung mit der vorsorglichen Einführung des Paragrafen 93 niemals Anwendung finden muss (…). Wir haben diese Regelung ausdrücklich für die Zukunft getroffen.“ Baier verwies darauf, dass wir alle „eine solch weltweite Krise“ nicht noch einmal durchleben wollen. Diese Regelung des Paragrafen 93 bezog sich demnach nicht auf die Corona-Krise, sondern wurde für zukünftige Ausnahmesituationen geschaffen. Auch wenn – wie oben bereits erwähnt – die aktuelle Saison mitgemeint wurde, zeigt die Aussage Baiers, dass die Anwendung der Quotientenregel während der Corona-Pandemie unbedingt verhindert werden sollte. Der jetzige Vorstoß offenbart eine gewisse Hoffnungslosigkeit, die durch den Gebrauch des Paragrafen 93 auf die Vereine übertragen – durch Zwangsabstiege sogar potenziert wird. Wir wünschen uns hingegen Verständnis und stärkende Zuversicht. 
4) Geht es dem Amateursport denn nicht schon schlecht genug?
Deutschlandweit vernimmt man das Leid der Amateurvereine. Viele junge Sportler:innen sind nach über einem Jahr Pandemie nicht mehr bereit, in unsere Sportvereine zurückzukehren. Zahlreiche Abmeldungen sind die Folge. Ausbleibende Veranstaltungen verhindern zudem eine Rekrutierung neuer Mitglieder. Neben den schwerwiegenden personellen Folgen, die teilweise die ehrenamtliche Organisation eines Vereins zunehmend erschweren, ergeben sich daraus auch nachhaltige finanzielle Probleme für die Vereine. Geschlossene Sportgaststätten, fehlende Zuschauereinnahmen, laufende Kosten (z.B. Trainergehälter, Vereinsinfrastruktur) und vor allem die Absage der Vereinsfeste als Haupteinnahmequelle vieler Sportvereine manifestieren die finanzielle Schieflage im Amateursport. Ein nach Saisonabbruch erzwungener Abstieg, der ausdrücklich kein sportlicher Abstieg ist, kann der sprichwörtlich letzte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das bekannte Sprichwort unterschlägt jedoch eine wichtige Konsequenz: Aus einem überlaufenden Fass läuft immer mehr Wasser heraus als nur dieser eine Tropfen. Ein Abstieg vermag auf den ersten Blick lediglich ein kleiner Wassertropfen zu sein. Seine Wirkung ist jedoch verheerend, wenn er eine Flut an Problemen auslöst, die in ihrer Summe für unsere Vereine existenzbedrohend sind. 
Ein naheliegender Lösungsvorschlag wird in derAbstimmung angeboten
Ohne Absteiger und mit einer Belohnung der Aufsteiger nach Quotientenregel ergeben sich durchaus nachvollziehbare Bedenken. So ist es nicht von der Hand zu weisen, dass diese Regelung zu einem Aufblähen der Ligen führt. Weil auch die nächste Saison noch unter dem Einfluss der Pandemie zu planen ist, sind mehr Spieltage zu vermeiden. Die Regelungendes BFV für den gehobenen Jugendbereich lassen erkennen, dass es nicht unmöglich ist, dieses Problem mit einer kleinenÄnderung der Ligenstruktur zu beheben. Nach geographischen Gesichtspunkten werden große Ligen in zwei Gruppen mit maximal zehn Mannschaften eingeteilt. Nach einer Vor- und Rückrunde können die besten/schwächsten Mannschaften beider Gruppen den Aufstieg/Abstieg ausspielen. Planungssicherheit, hohe Flexibilität und die Erhaltungattraktiver Nachbarschaftsduelle sind als Vorteile dieses Lösungsvorschlags zu verzeichnen. 
Fazit: In dieser Ausnahmesituation ist es moralisch nicht zu vertreten, pandemiegeschwächte Vereinsstrukturen mit Abstiegen zusätzlich zu belasten. Uns verbindet alle die Liebe zum Fußball.

Lasst uns gemeinsam für eine faire Lösung abstimmen!


Offener Brief an den Bayerischen Fussballverband

 Keine Verlierer bei Saisonabbruch


Sehr geehrter Herr Dr. Koch,

sehr geehrtes Verbandspräsidium,

 

„man wolle wenigstens eine Saison regulär zu Ende bringen“ war das Hauptargument von Ihnen, warum der BFV als einziger Landesverband in ganz Deutschland die Saison im letzten Sommer nicht abgebrochen hat. Nun steht der Verband abermals vor der schwierigen Entscheidung: "Was nun?" Und wenn wir schreiben„der Verband“, dann meinen wir natürlich auch uns, alle Vereine, die dem Landesverband angehören. 

Im Online-Meeting der Landesligen am Freitag 26.03.21 wurde den 107 Vertretern der Landesliga-Vereine von Verbandsspielleiter Josef Janker noch mitgeteilt, dass die Saison auf jeden Fall bis 30.06.21 fortgesetzt wird - bei triftigen Grund sogar noch wenigeTage für mögliche noch fehlende Spiele herangezogen werden können. Nur 96 Stunden später veröffentlichtder Verband einen Stufenplan mit einem Abbruchszenario ab 3.5.21, sollte bis dahin keine Möglichkeit des normalen Trainings bestehen. Woher kommt der plötzliche Sinneswandel?

Unabhängig der Betrachtung, ob ein Abbruch der schier unendlichen Saison schon längst überfällig ist, wird verbandsseitig mit Vehemenz auf den neu geschaffenen §93 der Spielordnung hingewiesen. Dadurch soll es Auf- und vor allem Absteiger nach Quotienten geben. Eine Regelung, die von keinem anderen Verband an nahezu der gleichen Stelle der Saison letztes Jahr getroffen wurde. Überall gab es – ausgenommen auf ausdrücklichen Wunsch der Vereine im Saarland – nur Aufsteigeraber keine Absteiger! Also eine Besserstellung, aber keine gravierende Sanktion der Vereine, die bei Wertung nach Quotienten potenziell betroffen wären. Diese komplexe Ergänzung der Spielordnung während der Saison lässt sich mit staatlichen Rechtsgrundsätzen rückwirkend für die laufende Saison ohne Anhörung der Vereine (z.B. im Zuge eines Umlaufverfahrens) nicht vereinbaren. Vor allem nicht, wenn nachträglich – zuletzt am 11.3.21 – heimlich inhaltliche Änderungen vorgenommen wurden.  

 

Schon aus diesem Grund sollte der Verband in der aktuellen Sondersituation, in der die Vereine eh schon vor existentiellen Problemen stehen, auch endlich positive Lösungen finden. Auf- und Absteiger zu definieren, als wäre die Saison komplett regulär ausgetragen worden, stellt bei aktueller Sachlage eine äußerst destruktive Lösung darIst es fair Vereine herabzustufen aufgrund eines Quotienten, der – wir zitieren Herrn Josef Janker – auch „unter strategischer Ausnutzung der leichten Spielausfallregelung nach dem ersten Lockdown“ gebildet wird? 

Bei allem konkurrierenden Denken, ist uns kein Wunsch eines Vereins bekanntdass Mannschaften absteigen sollen, die sportlich noch gar nicht abgestiegen sind

 

Jedem ist bewusst, dass es ohne Absteiger mehr Mannschaften in den oberen Ligen geben wird. Gleichzeitig wird voraussichtlich auch der Start der kommenden Saison aus pandemischen Gründen für eine ausreichend lange Vorbereitung nach hinten verschoben werden müssen. Hier reden wir definitiv nach 2-maleinem halben Jahr Pause nicht von den kommunizierten drei Wochen. Es muss also eh eine Sonderlösung gefunden werden, bei der eine höhere Anzahl an Mannschaften pro Liga sicherlich kein Nachteil wird. 

 

In Summe fordern wir den Verband bei einem voraussichtlichen Abbruch also auf, Aufsteiger aber keine Absteiger zu definierenUm weiteren Schaden vom bayerischen Amateurfussball abzuwenden, gilt es eine Lösung zu finden, die Planungssicherheit für alle Vereine und eben keine Klagewelle nach sich zieht. Die Aufgabe eines Sportverbandes ist es gerade jetzt mehr denn je, im Sinne ALLER seiner Mitglieder zu handeln!

 

Deswegen: Keine Absteiger nach Quotientenregelung!


Offizielle Partnerschaft mit dem PREDIA Sport- und Gesundheitszentrum

Gesundheit und Fitness ist das wichtigste Gut eines Amateursportlers – gerade in den Zeiten der Pandemie noch viel höher anzusiedeln denn je. Mit der offiziellen Partnerschaft mit PREDIA fügt der ASV Rimpar einen weiteren wichtigen Baustein für die ganzheitliche Förderung und Vorsorge seiner Fußballer hinzu.

 

Die Möglichkeit spezifischer Leistungsdiagnostik als Standortbestimmung in der Vorbereitung und für die Trainingssteuerung, sowie präventive Untersuchungen zur Vermeidung von Überbelastungen bleiben nun nicht mehr nur den Profi-Sportlern vorbehalten. „Gerade durch die Doppelbelastung von Beruf und Leistungsfußball im Amateurbereich wird die Prävention immer wichtiger“ freut sich der Geschäftsführer von PREDIA Thomas Frobel das Know How seines Teams zukünftig beim ASV Rimpar einzubringen. Die physiotherapeutische Versorgung wird dadurch in Expertenhände gelegt, die die Bedürfnisse von Athleten aus ihrer täglichen Arbeit bestens kennen. Trainer der Landesliga-Kicker Marcel Heck „ist vollends von dem sportmedizinischen Netzwerk und den Möglichkeiten im PREDIA- Sportzentrum überzeugt“.

 

Neben den Rimparer Wölfen, den Baskets und dem Kickers-NLZ ist der ASV Rimpar ein weiterer regionaler Partner.






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